Antidote - No Peace in our Time

Album:No Peace in our TimeBand:AntidoteRelease:16.11.2012Genre:HardcoreFormat:CD AlbumLabel:Bridge 9Wir sagen:1 Stern2 Stern3 Stern4 Stern5 Stern


Review

Nach 20 Jahren Pause haben Antidote im vergangenen Jahr etwas unerwartet bei der Premiere von 'xxx All Ages xxx' eine Show gespielt. Die muss ziemlich grandios gewesen sein, nach allem, was man im Nachgang lesen konnte, und so entstand vermutlich die Idee, mit 'No Peace in our Time' eine neue Platte zu veröffentlichen.
Okay, eine Band, die es 20 Jahre lang durchgehalten hat, ohne sich für eine Tour wieder zusammenzufinden, ist doch ein bisschen erhabener über den Verdacht, dass hier wirklich aus Spaß an der Freude zu machen, als Bands, die sich erst mit lauter Ansage auflösen, weil es nicht mehr funktioniert und sich dann drei bis fünf Jahre später wieder zusammentun. Ich fände es nach wie vor konsequenter, wenn man sich da einfach ne Auszeit nehmen würde, ohne es gleich immer so klingen zu lassen, als wäre es das potentielle Ende der Band. Natürlich hat die Presse (also auch wir hier) da einen nicht unentscheidenden Anteil dran, was aber auch nix daran ändert, dass ich dann lieber nix über ne Band schreibe, als dass ich in jedem Interview fragen muss, wie denn jetzt der Status ist... Irgendwann wird es halt albern. Egal. Antidote sind da ja tatsächlich recht unverdächtig unterwegs und liefern mit dem neuen Album so ziemlich genau das ab, was man von einer New Yorker Hardcore-Band erwartet.
Dabei darf man zum einen nicht übersehen, dass die Band Old School ist (denn die mittlerweile üblichen Metaleinflüsse findet man hier tatsächlich nicht), zum anderen muss einem klar sein, dass man damit auch keine musikalischen Wunder erwarten darf. Stattdessen gibt es klassischen Hardcore mit deutlicher Punk-Kante auf die Ohren, die 2-Minuten-Schallgrenze wird im Schnitt auch nur sehr knapp gerissen, textlich geht es eher knackig zur Sache und ganz generell gibt es hier für Fans von Black Flag und Off! ganz sicher nicht so viel falsch zu machen, wenn man zugreift.
Dazu passend gibt es ein Cover von Black Flags 'Rise above', bei dem zusätzlich noch AF-Frontmann Roger Miret mit am Start ist. Trotz der insgesamt satten Produktion merkt man hier dann doch, dass Roger die Jahre über deutlich mehr mit seiner Stimme angestellt hat, er wirkt stimmlich schon etwas dominanter, was den rundum gelungenen Eindruck dieser Scheibe aber nicht wirklich schmälert.


Verfasst von Bexx am 24.11.2012 um 19:21 Uhr