Lagwagon - Hang

Album:HangBand:LagwagonRelease:31.10.2014Genre:SkatepunkFormat:CD AlbumLabel:Fat WreckWir sagen:1 Stern2 Stern3 Stern4 Stern5 Stern


Review

Man hatte sich schon beinahe damit abgefunden, dass Lagwagon sich hier zwar noch auf Festivals und ein paar Club-Touren blicken lassen würden, aber nicht mehr wirklich damit gerechnet, dass die Band sich noch mal für ein neues Album zusammenraufen würde. Aber wie das Leben so spielt, es interessiert sich nicht für die eigene Meinung und so kam es anders - Nach neun Jahren gibt es ein neues Album von Lagwagon.

Dass man in der (jüngeren) Vergangenheit vor allem Joey Cape mit seinem musikalischem Output wahrgenommen hat, wenn eben auch vorrangig in Form seiner Solo-Aktivitäten, durfte für eine gewisse Zeit als Ersatz herhalten, vor allem die \'nur die ersten fünf Alben\'-Tour mit Neu-Bassist Joe Raposo (ex-RKL) war dann ein Lichtblick, der die Band mit sehr viel Energie und deutlich mehr Härte als vorher gesehen durch die heimischen Clubs tingeln ließ.
Im Vorfeld zum neuen Album hatte man dann auch schon gehört, dass es deutlich metallischer ausgefallen sein solle und so wuchs die Erwartung doch ein bisschen an. Jetzt ist es endlich soweit, mit \'Hang\' zeigen Lagwagon, dass sie dem sattsam bekannten Cali-Punk ein paar neue Zutaten hinzufügen konnten:
Das Album ist nicht per se metallisch, es geht aber doch hörbar härter zur Sache als in der Vergangenheit, die Länge der Stücke überschreitet das ein oder andere Mal die 4- oder 5-Minuten-Marke und die Stücke bieten somit noch einige Breaks mehr, als man das von Lagwagon nun eh schon bekannt war.
Während ich das Album in ganzer Länge wie gewohnt gut hörbar finde, sind es zwei Songs, die den Rest des Albums dermaßen überstrahlen, dass man nur froh sein kann, dass die Band sich für das Album einem gemeinsamen Songwriting verschrieben hat, was den Stücken zu deutlich mehr Abwechslung verhelfen zu scheint.
Mit \'Obsolete Absolute\' hat man einen perfekten Live-Opener geschaffen (auf dem Album hat man leider eine andere Track-Reihenfolge gewählt, ich persönlich hätte das Geräusch der Schreibmaschine als eine Art Einzähler für ein perfektes Intro gehalten), der exemplarisch vermutlich am Besten aufzeigt, was die \'neuen\' Lagwagon ausmacht.
Der zweite Track, der ungleich mehr zu Herzen geht, ist Joeys sehr persönlicher Abschied von Tony Sly - mit \'One more Song\' fasst er zu klassischem Cali Punk genau das in Worte, was den meisten Fans von Tony Sly und No Use For A Name wohl durch den Kopf geht - \'we always long for one more song\'...
Neben der Eindringlichkeit, mit der Joey auf dem ganzen Album singt, hat man auch das Gefühl, die etwas offene Zukunft der Band, von der man Joey in den letzten Jahren in Interviews öfter hatte reden hören, sei weggefegt, die ganze Band klingt wieder wesentlich präsenter, drängender - und zeigen mit dem musikalisch wesentlich offener als in der Vergangenheit gestalteten Album eine Art Ausweg für Bands auf, die man eigentlich in einer gewissen Schublade festgefahren zu stecken glaubte.
Lagwagon zeigen auf \'Hang\', dass mit ihnen nach wie vor zu rechnen ist. Ich hoffe zwar, dass es bis zu einem weiteren Album nicht wieder neun Jahre dauert, bin für die Wartezeit mit \'Hang\' erstmal beschäftigt, sind mir bis jetzt doch bei jedem Durchlauf noch neue Sachen aufgefallen.


Verfasst von Bexx am 17.01.2015 um 22:54 Uhr | Comments: 0


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