10.12.2010 - Persistance Tour Wuerzburg
Event:10.12.2010 - Persistance Tour WuerzburgLocation:PosthalleStadt:WürzburgDate:10.12.2010Link:http://www.posthalle.deLine Up:Sick of it all - DRI - Blood for Blood - Unearth - Evergreen Terrace - Cruel Hand - All for nothing - Casey Jones - Vera Cruz -
Wie jedes Jahr rollt auch dieses Mal kurz vor Weihnachten die Persistance Tour durch unsere Lande, im Gepäck ein sattes Package von Hardcore-Bands der eher ‘klassischen’ Prägung. In diesem Jahr mit dabei die um BIOHAZARD-Gitarrist Billy Graziadei aufgestockten BLOOD FOR BLOOD, die für mich alleine schon Grund genug gewesen wären, der Tour einen Besuch abzustatten.Dank aller möglicher Verpflichtungen entgehen mir die ersten paar Bands und ich schaffe es erst zum Auftritt von EVERGREEN TERRACE in die Halle.
VERA CRUZ sollen, anderen Anwesenden zu Folge, ihren Job aber gut gemacht haben und ähnlich wie auf der Hell on Earth-Tour im Herbst Punkte gesammelt haben.
CASEY JONES, ALL FOR NOTHING und CRUEL HAND wurden mir gegenüber alle als ordentlich, aber auch halbwegs unauffällig bezeichnet, so dass ich wohl nichts Größeres verpasst haben dürfte.
EVERGREEN TERRACE[b] toben munter über die Bühne und schaffen es auch, der Crowd vor der Bühne die Lethargie aus den Knochen zu blasen, die ersten Tänzer werden gesichtet, auch wenn das Spektakel auf der Bühne für mich zu diesem Moment noch wesentlich wilder aussieht als davor. Insgesamt eine ordentliche Performance, auch wenn ich noch nie ein richtiger Fan der Band war…
Bei [b]UNEARTH ist es ähnlich, über die Jahre hab ich die Band auf allen möglichen Festivals und Shows gesehen, aber bis jetzt hat es nie gezündet und höchstwahrscheinlich wird das auch nicht mehr passieren. Für mich firmiert die ganze Angelegenheit unter Metalcore, und hier in der Unterkategorie ‚nix besonderes‘. Die Band wirkt gut eingespielt, der Sound ist ein wenig dürftig, aber das ist für meine Ohren halt die Sorte Metalcore, die einfach viel zu viele Bands spielen, damit also unauffällig und nichts, was mich so richtig vom Hocker reißen kann…
Offensichtlich haben neben mir auch noch größere Teile der Anwesenden vor allem auf eine Band gewartet: BLOOD FOR BLOOD! Nach einigen Jahren Pause / Auszeit / Was-auch-immer ist die Band jetzt wieder auf Tour, ohne neues Album, dafür aber mit neuem Gitarristen (Billy von BIOHAZARD, der einen wirklich guten Job macht), der Rob ersetzt, zu dem man im Vorfeld der Tour wohl keinen Kontakt aufbauen konnte. Auch wenn Rob sicherlich neben Buddha der Teil von BLOOD FOR BLOOD ist, den man vor Augen hat, wenn man die Band hört, kann man guten Gewissens sagen, dass sein Fehlen hier live nicht weiter ins Gewicht viel, da Billy, wie oben erwähnt, seine Parts gut ausfüllt und als vollwertiger Ersatz durchgeht. Von der ersten Minute an tobt die ganze Halle, BLOOD FOR BLOOD spielen sich durch ein Best-of-Set, dem aus meiner Sicht eigentlich nur ‚Goin‘ down the bar‘ und ‚Livin‘ in Exile‘ (hat die Band das eigentlich schon mal live gespielt??) zur absoluten Glückseeligkeit gefehlt hätten. Buddha wirkt auf mich besser bei Stimme als beim letzten Ausflug in unsere Gefilde, scheint auch insgesamt mit der Luft nicht so viel Probleme zu haben wie früher manchmal und unterhält sich mit dem Publikum, macht Witze, bedankt sich artig für den Applaus und die gute Stimmung und ist offensichtlich zufrieden mit den Reaktionen aus der Menge… Billy ist der zweite wirkliche Aktivposten während der Show, steht mehrfach auf der Absperrung und den Leuten in den ersten Reihen, während er seine Akkorde schlägt und nutzt alle Bühnenmikros reichlich aus. Auch Buddha besucht den Graben vor der Bühne mehrfach und verschwindet in einem Pulk von Köpfen, Händen und Füßen, die alle auch mal ins Mic krähen wollen. Grandiose Show – ich wäre jederzeit wieder dabei!!!
DRI gelingt es als Co-Headliner nicht ganz, diese Stimmung zu halten, haben aber vor allem unter den älteren Semestern der Anwesenden eine stabile Fanbase, die sich vor der Bühne zusammenrauft und die Helden ordentlich feiert. Während ich mir das Spektakel aus sicherer Entfernung angucke, fällt mir die Zeile aus ‚13 Stitches‘ von NOFX ein, wenn Mike singt: ‚My girlfriend started to cry cuz we had to leave - Before DRI played 50 lousy songs.‘ Viel besser lässt es sich eigentlich nicht zusammenfassen. Die Band hat offensichtlich Spaß und mir gefällt auch, was ich da sehe, aber es rumpelt alles ganz gewaltig und die gefühlte Anzahl der Stücke dürfte die 50er-Marke auf jeden Fall auch gekratzt haben…
Zum Abschluss gibt es dann SICK OF IT ALL. Und weil SICK OF IT ALL live einfach nie schlecht sind (man beweise mir das Gegenteil) kann auch heute Abend einfach nichts anbrennen… Die Setlist enthält relativ viel neuere Stücke, was die Show für mich, der die Band heute wenigstens zum 25. Mal live sieht, angenehm auflockert, auch wenn die ganzen Klassiker nicht fehlen und munter eingesprengt werden. Den Leuten ist es egal, von der ersten Minute gilt hier nur eins – Vollgas. Die Band steht dem in Nichts nach und ich Frage mich wieder einmal, wie Pete Koller wohl nach so einer Tour morgens aus dem Bett kommt. Mittlerweile sind die Jungs ja auch alle 40+, und da noch jeden Abend solche Sprungleistungen auf die Bühne zu bringen, nötigt mir jedes Mal wieder Respekt ab. ‚Sanctuary‘ und ‚Step down‘[b/] (letzteres erstaunlich früh im Set) dürften der Reaktion nach der absoluten Highlights des Publikums gewesen sein und so gehen alle Anwesenden vollkommen am Ende nach Hause…
Was bei der [b]Persistance Tour auffällt, ist allerdings folgendes: In all den Jahren ist die Zahl der Headliner vergleichsweise überschaubar geblieben, die Bands laufen einem doch immer wieder über den Weg. Das ist generell nicht unbedingt schlecht, gibt es doch einfach ein paar Bands, die einen regelrecht legendären Status in der Szene haben, der ihr wiederholtes Mitfahren dieser Tour ohne Einschränkungen rechtfertigt, auf der anderen Seite zeigt es aber auch, dass im Moment kaum eine Band in der Lage ist, so einen Status zu erreichen, woran auch immer das liegen mag.
Bis zum nächsten Jahr, ich bin trotzdem gespannt auf das Line-Up (und hoffe ernsthaft darauf, dass es irgendwann mal gelingt, folgende Kombo zusammenzustellen (ohne mir anmaßen zu wollen, hier jetzt eine Reihenfolge aufzustellen, in der sie dann bitte spielen sollen): SICK OF IT ALL, AGNOSTIC FRONT, MADBALL, BLOOD FOR BLOOD, TERROR, HATEBREED, BIOHAZARD)…
bexx.
Verfasst von raphi am 16.12.2010 um 12:22 Uhr
