11.06.2011 - Vainstream Rockfest - Muenster

Event:Vainstream RockfestLocation:HawerkampStadt:MünsterDate:11.06.2011Link:www.vainstream.comLine Up:

Vainstream Rockfest

Wie das Glück es manchmal so will, ergeben sich gute Gelegenheiten dann, wenn man am wenigsten mit ihnen rechnet. In diesem Fall in Form eines Anrufs, der einen über Gästelistenplätze für das Festival informierte. Also schnell in eine gut geplanten Aktion eine Reisegruppe zusammengestellt, Uhrzeiten abgesprochen, den betrunkenen Mitbewohner fünf Minuten nach geplanter Abfahrtszeit aufgegabelt und los. Mit einigen Zwischenstopps kamen wir einigermaßen früh, andererseits schon zu spät in Münster an, um DEEZ NUTS und SUICIDE SILENCE sehen zu können. Blöd gelaufen...
Als wir auf dem Gelände auflaufen (so weit, so gut, Parkhaus direkt um die Ecke, nicht wirklich weit zu laufen) und da schon zufällig auf Bekannte treffen, spielen gerade ASKING ALEXANDRIA. Die Jungs sehen ja ganz nett aus, dass das aber mittlerweile offensichtlich auch bei Musik der härteren Gangart das vorrangige Argument dafür ist, ne Band gründen zu dürfen und dann von Labels gepusht zu werden, ist nicht mein Fall. Irgendwie gibt mir der (für mich ist und bleibt das) Metalcore-Mix nix, auch nicht, wenn die Jungs versuchen, ne gute Show aufzuziehen. Es bleibt einfach zu viel davon: ne reine Show. Und das reicht dann irgendwie doch nicht. Langweilige, bis ins peinliche reichende, Ansagen, unspektakuläre Musik.
Auf der anderen Bühne wird gleichzeitig alles für die Show von CASPER vorbereitet, der im Vorfeld des Festivals offenkundig ziemlich nervös war. Trotzdem steht er schon vor der Show im Graben, lässt Fotos von sich machen und redet mit den Leuten. Perfekt. Als es kurz darauf losgeht, zeigt sich schnell, dass die Ängste unbegründet sind und ein großer Teil der Anwesenden auch wegen CASPER gekommen sind. Andere Teile des Publikums werden von Ben mit freundlichen Ansagen bedacht (so viele Broilers-Fans, obwohl die doch gar nicht gespielt haben), während die Mehrheit der Anwesenden zeigt, dass es bei der richtigen Attitüde nicht darauf ankommt, welcher Musikart man den Musikmagazinen nach zuzuordnen ist. Es gibt ein paar neue Tracks zu hören, die CASPER selber dem Publikum schon mit Hilfe diverser Internetplattformen zugänglich gemacht hatte, die Textsicherheit des Publikums bleibt das ganze Set über durchaus beeindruckend. Nicht umsonst sieht man nach der Show einen Haufen glücklicher Gesichter.
Direkt im Anschluss zeigen COMEBACK KID, wie man die Kids in Bewegung setzt. Auch wenn ich persönlich finde, dass die Musik über die Dauer des Sets immer ein bisschen monoton wirkt, ist die Energie, mit der man zur Sache geht, durchaus beeindruckend. Mit dem finalen 'Wake the dead' beendet man das Set und kann sich wieder in die Sonne setzen, die entgegen der Wettervorhersage einen wirklich feinen Tag bereitet.
NEAERA haben danach ein Heimspiel und machen alles klar. Sind aber nach all den Jahren nach wie vor überhaupt nicht mein Ding, deswegen bin ich auch nicht in der Nähe der Bühne.
Gleiches gilt für CALLEJON, die mag ich auch nicht so. Das Publikum ist da aber anders drauf und feiert die Band.
MADBALL muss ich dann blöderweise verpassen, weil ich nen Interview mit COMEBACK KID habe (gibt es an anderer Stelle auf dieser Seite zu lesen)... Da man bei den Jungs aber weiß, was man bekommt und ich nachher nur grinsende Gesichter zu sehen kriege, scheine ich erwartungsgemäß verpasst zu haben.
THE SOUNDS sind dann wieder gar nicht meine Welt. Und entgegen anderer Anwesender kann ich auch der Sängerin nix abgewinnen. Sorry. Insgesamt fand ich die Reaktionen des Publikums aber auch nicht ganz so überzeugend.
BOYSETSFIRE sind offensichtlich eine der Bands, deretwegen sich ein Großteil der Leute auf den Weg nach Münster gemacht haben. Nachdem ich die Band schon bei der Reunion-Show in Berlin im vergangenen Dezember sehen konnte, gucke ich mir den Spaß also aus entsprechender Ferne an. Und bin wieder etwas zwiegespalten. Klar, die Band ist gut, versprüht gute Laune und lässt es ordentlich krachen. Aber: Es kickt mich nicht (mehr). Und das tut es irgendwie schon nicht mehr seit der 'After the Eulogy'-Tour in Hannover. Beste Show, die ich von denen gesehen habe. Danach ist mir das irgendwie zu groß geworden. Diese irgendwo schon kultische Verehrung, die der Band von vielen Leuten entgegen gebracht wird, die sie erst mit den späteren Alben entdeckt haben, Teile ich nicht. Für mich ist die Magie weg.
Dafür kann ich dann zu PARKWAY DRIVE richtig Spaß haben. Die Jungs haben ganz offensichtlich auch eine gute Zeit auf der Bühne, auch wenn der eine Gitarrist nach ner Sportverletzung die Tour im Rollstuhl sitzend absolviert, bis das Bein wieder abgeheilt ist. Ich mag diesen ganzen Neon-Kram nicht, verstehe ich schlicht nicht. Aber wenn eine Band dermaßen feuert, kann ich da auch gut drüber hinweg sehen. Punktsieg, würde ich meinen.
Bei FLOGGING MOLLY herrscht dann durch die Bank weg Ausnahmezustand. Die Meute singt, tobt und schwitzt vor sich hin, während die Band ein ziemlich gelungenes Best-of-Set zaubert. Perfekt.
THE GASLIGHT ANTHEM sind danach auch perfekt, wenn auch die Show komplett im Regen versinkt. Egal, jetzt ist es nicht mehr so lange, niemand scheint sich so richtig die Laune verderben zu lassen. Grandioses Set, grandiose Show.
Dann, zum Abschluss, MOTÖRHEAD. Lemmy wirkt ein bisschen angeschlagen, stolpert ein- oder zweimal in die Boxen und hat offensichtlich vor der Show die Stimme recht ordentlich geölt. Gut so, denn die Band brät mit viel Elan durch ein gutes Set, die neuen Stücke von 'The Wörld is yöurs' bringen keinen Stimmungsabfall, sondern werden genau so enthusiastisch gefeiert wie die Klassiker, von denen man zwangsläufig mittlerweile ne ganze Menge mit sich herumschleppt. Perfekter Abschluss eines grandiosen Abends.
Die vier Stunden Rückfahrt sind dann ein bisschen nervig, aber was solls... Gelohnt hat es sich auf jeden Fall.

Verfasst von Bexx am 04.11.2011 um 14:06 Uhr | Comments: 0


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