26.11.2010 - Casper, Kraftklub - Bielefeld, Kamp

Event:26.11.2010 - Casper, Kraftklub - Bielefeld, KampLocation:JZ-KampStadt:BielefeldDate:26.11.2010Link:http://www.jz-kamp.deLine Up:Casper - Krafklub

Nach drei Wochen auf Tour (der Bericht zur Show in Würzburg steht an anderer Stelle auf dieser Seite), einem Haufen ausverkaufter Shows und durchweg guter Reaktionen steht jetzt das Heimspiel an. Auch wenn CASPER seit einiger Zeit in Berlin wohnt ist der Rückhalt in Bielefeld und Umgebung sicherlich eine andere Hausnummer, und vermutlich wird sie das auch bleiben. Das Kamp ist seit Wochen komplett ausverkauft, die Gästeliste hoffnungslos überfüllt und so erlebe ich beim Eintreffen am Kamp zum ersten Mal, dass die Schlange der Leute von der Tür im Innenhof um das komplette Gebäude bis vorne zur Straße reicht. Wahnsinn. Die Laune der Leute ist extrem gut, die Vorfreude steht vielen Kids ins Gesicht geschrieben und alle Zeichen deuten auf einen legendären Abend hin.

Größere Teile der Bielefelder Szenen werden gesichtet, Till hat schon vor der Show am Merch gut zu tun und als KRAFTKLUB[b/] die Bühne betreten, ist es im Konzertraum schon ordentlich voll. Richtig euphorische Reaktionen ernten die Jungs aus Karl-Marx-Stadt leider nicht, auch wenn sie ordentlich durch ihr Set dampfen und sich für meine Ohren neben ‚Scheißindiedisko‘ vor allem der neue Track ‚Ich will nicht nach Berlin‘ zu einem weiteren Hit entpuppt. Trotzdem kriegen [b]KRAFTKLUB einen ordentlichen Applaus und dürften nachher nicht unzufrieden gewesen sein. Nachdem die Band direkt im Anschluss an die CASPER-Tour gleich noch den Support-Slot auf der Tour von FETTES BROT ergattern konnte, kann man ihnen sicher nicht vorwerfen, allzu viel falsch gemacht zu haben.
Trotzdem ist klar, heute Abend geht es nur um einen: CASPER (samt sexueller Rasselband(e) voller Bielefelder Aktivisten).

Als das Licht ausgeht und die Band auf die Bühne kommt, tropft im Kamp der Schweiß schon von der Decke und der Konzertraum ist bis auf den letzten Platz vollgestopft. An ernsthafte Bewegung ist nicht zu denken, aber schieben geht immer. Folglich wogt die Menschenmasse munter von links nach rechts und von vorne nach hinten, als CASPER die Bühne betritt. Sofort wird es laut, wobei das stellenweise noch sehr junge (weibliche) Publikum es schafft, die Melodielinien locker zu übertönen. Es fällt deutlich auf, dass die Band schon seit drei Wochen konstant zusammen spielt, der Ablauf sitzt perfekt, die Band ist bestens eingespielt und hat sichtlich Spaß an der Show. CASPER wirkt einige Male etwas verwirrt, so, als ob er ein bisschen Zeit brauche, das alles zu realisieren, wird aber im Laufe der Show zunehmend sicherer, auch wenn er nicht so viel mit dem Publikum kommuniziert wie noch in Würzburg. Erstaunlich bleibt, dass seine Stimme die Tour über doch gut durchgehalten zu haben scheint, ist er doch bestens bei Stimme und lässt einen Backup-MC nicht mehr notwendig erscheinen. Die Setlist ist zu Beginn gleich der auf der ganzen Tour, die Abgeh-Stücke halten sich gut die Waage mit den etwas ruhigeren Sachen, die es CASPER ermöglichen, wieder zu Luft zu kommen. Das Publikum gönnt sich keine Schonung, die ganze Show über werden die Texte mitgebrüllt, es wird gesprungen, gesungen, Feuerzeuge werden geschwenkt und immer wieder wird in ziemlicher Lautstärke gejubelt. Bei ‚Rock’n’Roll‘ gibt es dann eine ordentliche Wall of Death, das Publikum schiebt sich munter von der einen zur anderen Seite und zurück und dann gibt es erstmal eine kurze Pause zum verschnaufen. Der Zugabenblock hat es allerdings ziemlich in sich, denn als CASPER mit Timy Hendrix von PIMPULSIV auf die Bühne kommt ist klar, dass jetzt die richtige Abfahrt folgen wird. Mit ‚Komm mal ran‘ und ‚Stampf ihn ein‘ gibt es richtig auf die Zwölf, bevor das finale ‚Mittelfinger hoch‘ allen Anwesenden den Rest gibt.

Die gute Nachricht: Den ganzen Tag über wurden Bands und Crew von einem Kamerateam der VICE verfolgt, im Frühjahr soll die Doku / der Beitrag dann bei VICE.tv laufen… Eindrücke für alle, die keine Karten mehr ergattern konnten, dürften damit garantiert sein.
Es bleibt also festzuhalten, dass CASPER mit dieser Show im Kamp sicherlich weitere Fans dazugewonnen haben dürfte, so dass für die nächste Tour vor allem die Frage im Raum schwebt, welche Halle die dann angebrachteste wäre… Ich persönlich finde den Schuppen für sowas zu unpersönlich, das Kamp dürfte allerdings beim nächsten Besuch nur mit einem Zusatztermin in der Lage sein, alle Kartenwünsche abarbeiten zu können.
Nach der Show geht es dann zur offiziellen Aftershowparty noch in den Schuppen, wo CASPER und die Kraftklub-Jungs noch mal alles geben.
Super Abend, der gezeigt hat, dass CASPER auf seinem Weg nicht viel verkehrt gemacht haben kann.

bexx.


Verfasst von raphi am 16.12.2010 um 11:49 Uhr