08.02.2009 - Rise Against, Strike Anywhere, Rentokill - Bielefeld, Ringlokschuppen

Event: 08.02.2009 - Rise Against, Strike Anywhere, Rentokill - Bielefeld, Ringlokschuppen Location:RinglokschuppenStadt:BielefeldDate:08.02.2009Link:http://www.ringlokschuppen.comLine Up:Rise Against - Strike Anywhere - Rentokill

Ein wirklich großartiges Line-Up lockte an diesem ungemütlichen Sonntag tausende Punk-Fans in den Bielefelder Ringlokschuppen um bei der Europatour von Rise Against, Strike Anywhere und Rentokill dabei zu sein.
Schön Wochen vorher hieß es "Sold Out" im Schuppen und wenig später waren auch die Karten für alle anderen Shows der Tour restlos vergriffen.

Pünktlich um 20h betraten Rentokill aus Österreich die Bühne und lieferten eine richtige gute Show ab. Die markant rauhe Stimme von Sänger Jack hat mir schon immer gut gefallen und gerade auf der großen Bühne mit super Sound kam der Gesang super zur Geltung. Die Songauswahl erstreckte sich von der Back To Convenience über "Antichorus" bis hin zur neuen EP "The O.S.E." und ließ keine Wünsche offen. Hits wie "Primetime KIllers" wurde selvbstverständlich nicht ausgespart genauso wenig wie politische Statements. Man merkt den Jungs einfach an, dass sie es verdammt ernst meinen und so war es wenig verwunderlich, dass auch direkt neben dem Merchstand von Rentokill ein PETA2-Tisch mit Infomaterial etc zu finden war.
Zu hoffen bleibt nur, dass die Band nach etlichen großen Support-Shows auch noch für eine Headline-Club-Tour zurück nach Deutschland kommt, denn auch wenn sie auf der rieseigen Bühne nicht gerade verloren gingen, passen Rentokill einfach besser auf kleine Bühnen.
Nach exakt einer halben Stunde musste die Bühne leider schon für die nächste Band geräumt werden.

Und die hieß Strike Anywhere aus Richmond, VA und gaben ebenfalls richtig Gas. Sänger Thomas Barnett war wie immer bestens aufgelegt, hatte die selben Klamotten an wie auf all den anderen Shows die ich bisher gesehen hatte und hüpfte wie ein Flummi unrythmisch über die Bühne. Faszinierrend ist auch immer wieder zu beobachten wie Drummer Eric es schafft eine ganze Show (auch wenn es heute ebenfalls nur 30 Minuten waren) dermaßen durchzuprügeln. Respekt. Leider war das teilweise recht junge Publikum wohl hauptsöchlich wegen Rise Against angereist, so dass es nicht allzu viel Bewegung vor der Bühne gab. Der Applaus nach jedem Song war jedoch, genau wie bei Rentokill vorher, wirklich ordentlich. Thomas verkündete mitten im Set, dass noch dieses Jahr mit einem neuen Album zu rechnen sei und sogleich wurde davon ein Song davon zum besten gegeben. Keine Überraschungen, einfach ein richtig guter Strike Anywhere Song.


Was dann folgte war für einen Eintrittspreis von 25€ angemessen, hatte aber wenig mit einer Punkrock-Show im ursprünglichen Sinn zu tun. Rise Against rannten nach einem kurzen Intro auf die Bühne wo sogleich der erste riesige Banner mit der Aufschrift "RISE" enthüllt wurde. Die dicke Lichtshow mit einem viel zu hohen Stroboskop-Anteil ließ mich allerdings während des kompletten ersten Songs "Drone" halb erblinden, so dass ich erst nach und nach die einzelnen Akteuere auf der Bühne zu Gesicht bekommen sollte und erkannte das Sänger Tim ein Podest auf der Bühne stehen hatte um besser gessehen zu werden. Ich musste mich wirklich einige Male zur Seite abwenden, da meine Augen einfach nicht mit diesem Licht-Spektakel zurecht kamen.
Sympatisch war dass Tim McIlrath jedes Konzert in Bielefeld das sie bis dato gespielt hatten ausfählen konnte und fragte wer von den Anwesenden dabei gewesen sei. Das war aber auch schon fast alles an Kommunikation zwischen Band und Publikum. Die völlig durchgestylte Show ließ auch nur wenig Raum für weitere Gespräche oder Improvisation.
Zwischen mir und meine Freunden entbrannte auf jeden Fall während der Show eine heiße Diskussion über das was ablief und ob eine Band wie Rise Against die wirklich gute Statements abliefern, nach so einer Show wirklich noch authentisch sein kann. Andererseits war der Laden ausverkauft, die Stimmung phantastisch, der Sound super und auch die Songauswahl richtig gut, denn es wurde nur wenig vom neuen Album "Appeal To Reason" gespielt. Der Akustik-Block ("Swing Life Away", "Hero Of War") war meines erachtens überflüssig, die kreischenden Mädels in der ersten Reihe gaben der Band allerdings recht.

Nach weiteren 2 Bannerwechseln stellten die Songs "Audience Of One" und "Prayer Of The Refugee" nach ca 1 1/4 Stunden den Abschluss der Show da und die Meute wurden nach ordentlich Pogo, Circle Pit-Action etc. in die kalte BIelefelder Nacht entlassen.

Musikalisch einwandfrei, was die Band aus Chicago abgeliefert hat, jedoch war es für mich zu viel Big Business das da irgendwie durchflimmerte. Das fängt bei den hohen Preisen für Eintritt, Bier Merch an und hört bei den Bauchläden-Mädchen auf die nach dem Konzert rumliefen um DVDs und CDs (Nur "Appeal To Reason"!!) von Rise Against zu verkaufen.

Verfasst von raphi am 09.02.2009 um 10:43 Uhr | Comments: 0


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